Welche Beschwerden treten in den Wechseljahren auf?

Wenn Östrogen und Progesteron Achterbahn fahren
Stellen Sie sich die Phase der Wechseljahre wie ein Haus vor, dessen Steuerzentrale überempfindlich geworden ist. Die Heizung springt an, obwohl es gar nicht kalt ist (Temperaturregulation). Die Alarmanlage meldet Gefahr, obwohl nichts Bedrohliches passiert (innere Unruhe, Anspannung). Das Licht geht an, obwohl eigentlich Ruhe herrschen sollte (Schlafstörungen). Genau so reagiert das Nervensystem auf die hormonellen Schwankungen während der Wechseljahre: Signale werden schneller, stärker und oft unpassend weitergegeben. Alles wechselt: Heute geht es, morgen ist man gereizt, übermüdet, plötzlich schweißnass oder innerlich aufgedreht, obwohl eigentlich gar nichts Dramatisches passiert ist.
Wann beginnen die Wechseljahre?
In der Regel beginnt bei Frauen ab 40 die hormonelle Übergangsphase. Sie endet im Durchschnitt um das 52. Lebensjahr mit der letzten Monatsblutung – manchmal deutlich früher, manchmal auch erst mit etwa 60. Auch wenn die Blutung unregelmäßig wird oder monatelang ausbleibt, kann trotzdem wieder ein Eisprung auftreten. Ganz praktisch bedeutet das: Man kann noch schwanger werden. Verhütung ist also unbedingt noch erforderlich! Erst wenn die letzte Blutung ein Jahr zurückliegt, gehört Verhütung der Vergangenheit an.
Warum treten Hitzewallungen, Schlafprobleme und innere Unruhe auf?
Ursache für die Hitzewallungen und die Schweißausbrüche ist eine veränderte Temperaturregulation im Gehirn. Sinkt oder schwankt der Östrogenspiegel, wird der Regelbereich sehr eng. Schon kleine Auslöser wie Stress, Bewegung oder ein warmer Raum reichen dann aus, um starke Gegenreaktionen auszulösen. Die Hitzewallungen kommen abrupt und sind häufig begleitet von Herzklopfen. Jede betroffene Frau kennt diese unangenehme Situation, wenn ihr in Gesellschaft in Sekundenschnelle der Schweiß ausbricht. Treten die Hitzewallungen nachts auf, verliert der Schlaf an Tiefe. Fehlt der erholsame Schlaf, wird man dünnhäutiger, Konzentration und Belastbarkeit sinken.
Was hilft gegen Wechseljahresbeschwerden?
Im Rahmen der Selbstmedikation können pflanzliche Isoflavone aus Soja oder Rotklee Hitzewallungen und Schweißausbrüche abschwächen, weil sie eine milde östrogenähnliche Wirkung entfalten. Bei innerer Unruhe, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen kommen bewährte Heilpflanzen zum Einsatz: Johanniskraut kann die Stimmung stabilisieren, Lavendel wirkt angstlösend, Baldrianwurzel und Hopfenzapfen fördern Entspannung und Einschlafen. Bei Schlafstörungen kann das „Schlafhormon“ Melatonin das Einschlafen erleichtern und den Schlaf-Wach-Rhythmus positiv beeinflussen.
Nimmt man in den Wechseljahren zu?
Ja, in gewisser Weise stimmt das. Es ist kein Zufall, dass gerade der Bauch zu einer besonderen Problemzone wird. Sinkende Östrogenspiegel verändern die Fettverteilung im Körper und sorgen dafür, dass überschüssige Energie in Form von Fett bevorzugt im Bauchraum gespeichert wird. Im Übrigen verbraucht der monatliche Zyklus durchaus eine nennenswerte Menge an Energie. Dazu kommt, dass man ohne regelmäßigen Kraftsport jedes Jahr an Muskelmasse verliert. Mit Beginn der Wechseljahre addieren sich diese Effekte. Um das Gewicht einfach nur zu halten, ist viel weniger Energie in Form von Kalorien nötig. Um gegenzusteuern, sind regelmäßiges Muskeltraining ab 40 und eine bewusste Einschränkung hochkalorischer Lebensmittel entscheidend, wenn man nicht zunehmen möchte.
Wann ist eine Hormonersatztherapie sinnvoll?
Wenn die Wechseljahresbeschwerden über Monate anhalten oder die Lebensqualität massiv beeinträchtigen, stellt sich die Frage nach einer ärztlich begleiteten Hormonersatztherapie. Sie kann – individuell passend ausgewählt und zeitlich begrenzt – genau diese Übergangsphase besser erträglich gestalten.
FAQ – Häufige Fragen zu Wechseljahresbeschwerden
Wann beginnen die Wechseljahre?
Meist zwischen 40 und 45 Jahren, die letzte Regelblutung tritt im Durchschnitt um das 52. Lebensjahr auf.
Kann man in den Wechseljahren noch schwanger werden?
Ja, solange noch ein Eisprung stattfindet. Erst wenn die letzte Monatsblutung ein Jahr zurückliegt, ist keine Verhütung mehr notwendig.
Warum treten Hitzewallungen plötzlich auf?
Durch die veränderte Temperaturregulation im Gehirn, die bereits auf kleine Reize überempfindlich reagiert.
Was hilft gegen Schlafstörungen in den Wechseljahren?
Pflanzliche Präparate wie Baldrian oder Hopfen sowie Melatonin können helfen, den Schlaf zu verbessern.
Mein besonderer Tipp aus der Pregizer Apotheke in Pforzheim
Basenkapseln mit Magnesium, Kalium und Zink zur Nacht fördern die nächtliche Entspannung der Muskulatur und können den Schlaf unterstützen.
Empfohlene Präparate:
DormiLoges Melatonin plus Tryptophan
Approbation als Apotheker. Promotion am physiologischen Institut der Universität Tübingen. Leitende Tätigkeit in der Pregizer Apotheke in Pforzheim.
