Ist Fett immer gleich Fett?

Im menschlichen Körper existieren zwei unterschiedliche Arten von Speicherfett: Es gibt weißes sowie braunes Fett. Weißes Fettgewebe macht mit 90 Prozent den Löwenanteil aus. Jede Fettzelle in unseren Fettdepots enthält einen großen Hohlraum, der mit Triglyzeriden angefüllt ist. Triglyceride sind die Moleküle, die hauptsächlich aus Fettsäuren bestehen. Diese Fettsäuren dienen dem menschlichen Körper als Energiequelle.
Weißes Fett findet sich in den Speckröllchen, aber auch im Inneren des Körpers, um die inneren Organe herum verteilt. Bei Übergewicht in der Bauchregion ist dieses Fettgewebe überaus stoffwechselaktiv. Es unterstützt und verstärkt entzündliche Prozesse, die im Körper Schaden anrichten. Fettsäuren werden immer dann aus weißem Fett verbrannt, wenn energiereiche Moleküle (ATP) gebraucht werden. Diese ermöglichen energieintensive Stoffwechselprozesse.
Ganz anders verhält es sich bei braunem Fett: Dieses Fett wird mit dem Ziel verbrannt, Wärme zu erzeugen. Dabei wird mit Wärme nicht gerade gespart. Braunes Fett erzeugt nämlich mehr Wärme, als der Körper zur Aufrechterhaltung seiner Temperatur benötigt. Der Wärme-überschuss wird einfach an die Umwelt „abgestrahlt“.
Welche Menschen haben denn hohe Anteile an braunem Fett?
Das sind zum einen Neugeborene, die damit ihre Körpertemperatur halten können. Bei ihnen verliert sich dieses Fett mit der Zeit. Aber auch bei Erwachsenen gibt es braunes Fett.
Kennen Sie das?
Es gibt schlanke Menschen, die Unmengen essen können und dabei nie zunehmen! Diese Schlanken verbrennen einfach viele Kalorien mithilfe ihres braunen Fetts. Andere hingegen müssen sich schinden, hungern, kasteien, um nicht (noch mehr) zuzunehmen. Die Welt ist nicht gerecht! Es gibt allerdings Auswege, die diese Ungerechtigkeit relativieren:
Inzwischen weiß man, dass es grundsätzlich möglich ist, weiße Fettzellen in braune zu verwandeln.
- Möglichkeit Nummer 1 ist regelmäßiger Sport. Unabhängig von der Figur baut der Körper dabei mehr braunes Fett auf und wandelt mehr Kalorien in Wärme um.
- Möglichkeit Nummer 2 sind Kältereize. Wechselwarme Duschen helfen dabei, braunes Fett aufzubauen. Überhaupt geben Kältereize dem Körper Impulse, mehr braunes Fett zu bilden, denn dadurch wird die Wärmebildung erleichtert. Das ist der Grund, warum man nach einigen kalten Monaten weniger friert.
Überheizte Wohnräume, ein zu warmes Schlafzimmer und zu viele Pullis sind kontraproduktiv in puncto Fettverwertung. Man soll zwar nicht frieren, aber eine kühle Umgebung nützt. Und zu guter Letzt spielt die Ernährung eine gewisse Rolle. Scharfes Essen mit Peperoni soll helfen.
Mein besonderer Tipp:
Eine Pflanzenkombination aus Grüntee, Mate, Traubenkernen und Mariendistel unterstützt als Stoffwechselaktivator die Umwandlung von weißem in braunes Fett.Approbation als Apotheker. Promotion am physiologischen Institut der Universität Tübingen. Leitende Tätigkeit in der Pregizer Apotheke in Pforzheim.
