Stomatitis: Wenn es im Mund schmerzt und brennt

Die Endsilbe -itis steht generell für Entzündung. Unter einer Stomatitis versteht man eine Entzündung der Mundschleimhaut. Eine solche Entzündung kann sehr unangenehm bis regelrecht schmerzhaft sein. Die Beschwerden stören vor allem beim Sprechen, Trinken oder Essen.
Ein paar Fakten zum Inneren des Munds
Die Mundschleimhaut ist die Eintrittspforte zum gesamten Verdauungstrakt. Sie ist intensiv mit Bakterien besiedelt, man findet ungefähr 500 verschiedene Keime, die alle in einem gesunden Gleichgewicht stehen wollen (Mundflora). Die Strukturen in der Mundschleimhaut sind nicht nur an der Speichelbildung beteiligt, sondern spielen gleichzeitig eine große Rolle als Teil der Immunabwehr.
Eine gesunde Mundschleimhaut ist rosarot und matt. Ist sie entzündet, so können schmerzhafte Rötungen, glänzende Schwellungen, wunde Stellen, Beläge, Mundgeruch und schmerzhafte Bläschen (Aphthen) entstehen. Häufig bildet sich eine solche Entzündung aufgrund einer Infektion. Gerade, wenn das Immunsystem geschwächt ist, funktioniert die Abwehr gegen krankmachende Viren, Bakterien oder Pilze nur noch bedingt. Man geht davon aus, dass Aphten durch Viren verursacht werden.
Mit Mundsoor bezeichnet man eine infektiöse Erscheinung, die durch Pilze hervorgerufen werden. Mundsoor erkennt man leicht an weißen Belägen auf der Zunge und den Backenschleimhäuten. Mundsoor tritt vor allem bei Neugeborenen und auch im fortgeschrittenen Alter auf.
Wie wird eine Stomatitis behandelt?
Eine Pilzinfektion ist gut zu behandeln mit einer pilzabtötenden Flüssigkeit (Antimykotikum), die mehrfach am Tag auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird. Bei Aphthen ist die Sache schwieriger. Grundsätzlich helfen Zink-Lutschtabletten, die die Keime bekämpfen und das Immunsystem hochfahren. Gegen den Schmerz helfen Gele, die die betroffenen Stellen örtlich betäuben. Man trägt sie vor dem Essen auf, damit man die Mahlzeit beschwerdefrei übersteht.
Besonders angenehm ist eine pflanzliche Zubereitung, die als Spüllösung oder als Gel angewendet wird. Die pflanzlichen Extrakte legen einen schützenden, natürlichen Film über die angegriffene Schleimhaut: Der Schmerz lässt nach, das Gewebe darunter kann schnell zur Ruhe kommen und regeneriert sich. Diese Spüllösung bzw. das Gel wendet man nach dem Essen an.
Sie sind auch bei nichtinfektiösen Ursachen wirksam: Die Mundschleimhaut kann verletzt werden durch einen versehentlichen Biss in die Wange oder durch Druckstellen durch eine Zahnprothese.
Sonderfall Zahnfleischentzündung
Eine Zahnfleischentzündung wird durch Bakterien verursacht. Um Bakterien sicher zu entfernen, ist eine sorgfältige und tägliche Zahnreinigung zwingend erforderlich:
Ohne Bakterien kommt es nämlich zu keiner Zahnfleischentzündung (Parodontitis). Das bedeutet: zweimal täglich Zähne putzen, tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit passenden Interdentalbürsten sowie mit Zahnseide. Außerdem professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt. Ein gut gepflegtes Zahnfleisch erscheint leicht rosa, schwellungsfrei, ist matt und blutet nicht.
Mein besonderer Tipp aus der Pregizer Apotheke:
Um das gesunde Gleichgewicht der Mundflora wieder herzustellen, empfiehlt sich eine Kur mit probiotischen Bakterien als Lutschtabletten.Approbation als Apotheker. Promotion am physiologischen Institut der Universität Tübingen. Leitende Tätigkeit in der Pregizer Apotheke in Pforzheim.
