Was passiert nach den Wechseljahren?

Was passiert nach den Wechseljahren?

Postmenopause: endlich wieder stabile Verhältnisse!

Nach den Wechseljahren, meist ab Mitte 50, beginnt die hormonelle Phase der Postmenopause, die bis zum Lebensende andauert. Damit endet das ständige Auf und Ab von Östrogen und Progesteron, die sich über Jahrzehnte gegenseitig an- und abgeschaltet haben. Diese beiden Taktgeber haben die Reifung von Eizellen, die Empfängnis und eine Schwangerschaft maßgeblich gesteuert. Nach dem Ende dieses Zyklusgeschehens sind die beiden Akteure nicht mehr in hohen Konzentrationen erforderlich. Der Körper schaltet nicht ab – er stellt um: Östrogen wird noch in geringem Maße gebildet, Progesteron wird nicht mehr benötigt. Mit Ende der Phase, in der eine Schwangerschaft möglich ist, verschwinden typische Belastungen. Die monatlichen Blutungen, Wassereinlagerungen, Brustspannen, prämenstruelle Beschwerden oder hormonell bedingte Migränekopfschmerzen gehören der Vergangenheit an. Für viele Frauen beginnt eine ruhigere, besser berechenbare Zeit.

Warum werden Haut und Schleimhäute trocken?

Östrogen ist ein wichtiges Struktur- und Schutzhormon. Es sorgt für Durchblutung, Elastizität und Feuchtigkeit. Sinkt der Spiegel dauerhaft, werden Haut und Schleimhäute dünner und trockener. Auch das Haar kann feiner werden. Es geht dabei nicht nur um äußere Schönheit, sondern um Schutzfunktionen. Auch die unangenehmen urogenitalen Beschwerden ab Mitte 50 sind auf den niedrigen Östrogenspiegel zurückzuführen. Dazu gehören vaginale Trockenheit, Brennen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, wiederkehrende Infekte oder Blasenprobleme. Umso wichtiger werden nun die Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) sowie ausgewählte Mikronährstoffe wie z. B Zink und Selen.

Warum kommt es zu Problemen im Intimbereich?

Östrogen schützt den Bereich der Scheide und der Blase gleich doppelt: Es hält die Schleimhäute elastisch und feucht und sorgt für ein saures Milieu, in dem schützende Milchsäurebakterien dominieren. Diese verhindern, dass sich krankmachende Keime in Gestalt eines Blaseninfekts oder einer Scheidenpilzinfektion ausbreiten. Um urogenitale Beschwerden zu verhindern, spielen - neben der regelmäßigen Zufuhr von DHA – lokale Maßnahmen an Ort und Stelle eine wichtige Rolle. Milchsäurehaltige und feuchtigkeitsspendende Cremes und Ovula wirken einem trockenen Scheidenmilieu entgegen und verhindern Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Wir beraten Sie hierzu gerne individuell in der Pregizer Apotheke. Sind alle Maßnahmen der Selbstmedikation ausgeschöpft, so ist die ärztlich verordnete Hormonersatztherapie an der Reihe, die entweder lokal oder generell für Linderung sorgt.

Warum steigt nach den Wechseljahren das Osteoporose-Risiko?

Östrogen bremst im Körper den Knochenabbau. Fällt diese Wirkung weg, so nimmt der Verlust an Knochensubstanz zu und das Osteoporose-Risiko steigt. Umso wichtiger wird mit steigendem Lebensalter eine regelmäßige Beanspruchung des gesamten Körpers, um einen Abbau von Knochensubstanz zu verhindern. Das bedeutet im Klartext: Eine gut gekräftigte Muskulatur hält und stabilisiert sogar schwache Knochen! Kraftsport und Beweglichkeitstraining können die Knochen bis ins hohe Alter stark und widerstandsfähig erhalten. Auch wenn die Knochensubstanz einen „leblosen“ Anschein vermittelt, so erneuert sie sich in etwa alle 7 Jahre. Viel Eiweiß sowie Vitamin D, Vitamin K, Magnesium und Kalzium bilden die fundamentalen Bausteine für ein hartes und stoßresistentes Knochengewebe. Der positiver Nebeneffekt von Sport: Muskulatur verbraucht Energie und wirkt somit einer Gewichtszunahme entgegen.

Wie verändert sich der Schlaf nach den Wechseljahren?

Mit Beginn des Klimakteriums, also mit Beginn der Wechseljahre, klagen viele Frauen über Schlafprobleme. Der Schlaf ist nicht mehr so tief, man wacht schneller auf. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Schlaf weniger erholsam ist. Die sogenannte Großmutter-Hypothese besagt, dass die Großmütter in früheren Gesellschaften einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit beigetragen haben, indem sie schneller auf äußere Reize reagieren konnten. Das ermöglichte den jüngeren Gruppenmitgliedern einen tieferen Schlaf, auf den sie ganz besonders angewiesen waren. Schläft man jedoch dauerhaft sehr schlecht, so können pflanzliche Arzneimittel sowie das Schlafhormon Melatonin die Schlafqualität verbessern. Die Postmenopause ist jedenfalls kein Mangelzustand! Sie ist im Leben einer Frau eine weitere Lebensphase mit einigen Besonderheiten, die es zu berücksichtigen gilt.

FAQ – Häufige Fragen zur Zeit nach den Wechseljahren

Was ist die Postmenopause?

So bezeichnet man die Phase nach der letzten Regelblutung, in der sich der Hormonhaushalt stabilisiert und dauerhaft auf einem niedrigeren Niveau einpendelt.

Welche Beschwerden bleiben nach den Wechseljahren bestehen?

Vor allem trockene Schleimhäute, Hautveränderungen, urogenitale Beschwerden und ein erhöhtes Osteoporose-Risiko können weiterhin eine Rolle spielen.

Warum kommt es häufiger zu Blasenproblemen?

Durch den sinkenden Östrogenspiegel verändert sich das Scheidenmilieu, wodurch schützende Bakterien zurückgehen und Infektionen leichter entstehen können.

Was kann man gegen trockene Schleimhäute tun?

Feuchtigkeitsspendende Cremes, Milchsäureprodukte sowie eine gezielte Versorgung mit Nährstoffen wie Omega-3 Fettsäuren können einer Austrocknung entgegenwirken.

Mein Apothekertipp aus der Pregizer Apotheke in Pforzheim:

In der Postmenopause spielen neben einer guten Eiweißversorgung vor allem die Omega-3-Fettsäure DHA, Vitamin D, Vitamin K, Magnesium und pflanzliche Isoflavone eine sehr wichtige Rolle.

Empfohlene Präparate:

Omega-3 DR. LECHNER

Isoflavon MensSana

Vitamin D + K DR. LECHNER

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.


Über diese Seite:
Autor
Dr. Holger Isensee
Apotheker

Approbation als Apotheker. Promotion am physiologischen Institut der Universität Tübingen. Leitende Tätigkeit in der Pregizer Apotheke in Pforzheim.

Erstellungsdatum: 08.05.2026Änderungsdatum: 08.05.2026

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